Salzkorn

Kann man es dem Radio verargen, den Güselsack zu öffnen und im Abfall herumzustochern? Gewiss nicht. Abfallhalden in Neapel und wilde Deponien in unseren Wäldern legen das Thema nahe. Abfall ist menschlich.

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Kann man es dem Radio verargen, den Güselsack zu öffnen und im Abfall herumzustochern? Gewiss nicht. Abfallhalden in Neapel und wilde Deponien in unseren Wäldern legen das Thema nahe. Abfall ist menschlich. Und so hat die Redaktion von Radio DRS 2 von langer Hand einen Sendetag vorbereitet, an dem sie von morgens bis abends in Abfallsäcken herumstochern, Kehricht analysieren, rezyklieren und über die Güselzukunft spekulieren konnte.

So naheliegend das Thema, so seltsam allerdings der Ausstrahlungstag. Für die «Abfall»-Sendung wurde der 2. November ausgewählt, der Anfang des Totenmonats, für viele auch der Allerseelentag.

Ob der Redaktion dieser Zusammenhang gar nicht aufgefallen ist? Oder wollte sie ganz bewusst einen Kontrast setzen? Dem Totengedenken die Abfallbedenken entgegensetzen? Schliesslich weiss auch das Radio: Nur was schräg in der Landschaft steht, fällt auf. Da kann man nur gespannt sein, was dem Kultursender auf Weihnachten einfallen wird. J. O.

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