Salzkorn

Erinnern wir uns noch an die tollkühnen Bobfahrer aus Jamaika? Schon bei der Anreise zu den Winterspielen in Calgary 1988 zitterten sie vor Kälte. Disney machte sie mit dem Film «Cool Runnings» bekannter als jeden Medaillengewinner.

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Erinnern wir uns noch an die tollkühnen Bobfahrer aus Jamaika? Schon bei der Anreise zu den Winterspielen in Calgary 1988 zitterten sie vor Kälte. Disney machte sie mit dem Film «Cool Runnings» bekannter als jeden Medaillengewinner.

An der Ski-WM in Garmisch wird nun Jean-Pierre Roy gefeiert, der den haitianischen Skiverband gründete, dessen Präsident und einziger Fahrer er ist.

Von Mikrophon zu Mikrophon gereicht, sagt er leichthin, sein Training habe darin bestanden, kein Bier mehr zu trinken. Auf der Piste ist er chancenlos. Vor jeder Kamera aber hat er eine Botschaft an die Welt: «Vergesst Haiti nicht!» Und: Sein Land solle stolz auf ihn sein.

Exotisch, unschuldig und naiv: Solange das Publikum Antihelden so sehr mag, hat Spitzensport eine sympathische Seite. Vielleicht sollten unsere farblosen Skifahrer auf den Slalom verzichten.

Delegieren wir doch stattdessen Micheline Calmy-Rey an den Start: In Garmisch kann sie bestimmt besser einfädeln als in Brüssel! B.S

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