Salzkorn

Rom ist am 11. Mai nicht untergegangen, wie vor 30 Jahren prophezeit wurde. Aber der Weltuntergang ist ja auch erst morgen, am 21. Mai.

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Rom ist am 11. Mai nicht untergegangen, wie vor 30 Jahren prophezeit wurde. Aber der Weltuntergang ist ja auch erst morgen, am 21. Mai. Der amerikanische Radioprediger Harold Camping legt mit wirren Daten- und Zahlenspielen den «untrüglichen Beweis» vor, dass der Tag des Jüngsten Gerichts bevorsteht. Camping und seine Jünger von Family Radio halten sich jedoch für auserwählt. Sie werden errettet, die Ungläubigen schmachten in der Hölle.

Einer Umfrage zufolge glauben 30 Prozent der Amerikaner, die Welt werde zu ihren Lebzeiten untergehen. Klimawandel und verheerende Erdbeben seien untrügliche Zeichen. Dass es sich bei diesen «Gläubigen» oft um dieselben Leute handelt, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel leugnen, ändert ebenso wenig an ihrem Irrglauben wie die Tatsache, dass sämtliche Weltuntergangsdaten ereignislos vorbeigingen. Auch diesmal wird Family Radio sicher eine Erklärung finden. Behält der Radiosender aber recht, wird er nicht einmal darüber berichten können. E. B.