Salzkorn

Was tun, wenn man am Fuss einer alten Eiche ein Fläschchen findet, in dem ein Geist zappelt, der unbedingt befreit werden will? Die einen packt die nackte Angst, so dass sie die Flasche in einem sicheren Endlager entsorgen.

Drucken
Teilen

Was tun, wenn man am Fuss einer alten Eiche ein Fläschchen findet, in dem ein Geist zappelt, der unbedingt befreit werden will? Die einen packt die nackte Angst, so dass sie die Flasche in einem sicheren Endlager entsorgen. Die andern ziehen ohne Bedenken den Korken von der Flasche, in der Annahme, nun über einen dienstbaren Geist gebieten zu können.

Der Bub jedoch, der im Grimm'schen Märchen einen solchen Flaschengeist findet, wählt eine dritte Variante. Mit einer Mischung aus Vorsicht und Vertrauen gelingt es ihm, mit dem Geist einen Pakt zu schliessen.

Pfingsten ist das Fest, das lehren könnte, mit dem Geist richtig umzugehen. Und vor allem zu unterscheiden, was böser, guter oder gar heiliger Geist ist. In dieser Beziehung gibt der Bub aus dem Märchen ein gutes Beispiel. Er will nämlich vom Geist lediglich genügend Geld, um eine gute Schule besuchen zu können.

Denn das ist das Beste, was der Geist einem schenken kann: die Gabe, selber denken zu lernen. J. O.

Aktuelle Nachrichten