Salzkorn

Grenzenlos reisen. Europas Schlagbäume bleiben immer oben. Aber es sind auch neue Grenzen entstanden. Neidvoll blicken die kroatischen Zöllner hinüber zu ihren ehemaligen jugoslawischen Landsleuten. In Slowenien weht die Europafahne, und es wird mit Euro gezahlt. Ach Europa!

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Grenzenlos reisen. Europas Schlagbäume bleiben immer oben. Aber es sind auch neue Grenzen entstanden. Neidvoll blicken die kroatischen Zöllner hinüber zu ihren ehemaligen jugoslawischen Landsleuten. In Slowenien weht die Europafahne, und es wird mit Euro gezahlt. Ach Europa!

Das denkt wohl auch mancher amerikanischer Tourist, der etwa von Paris nach Wien fährt.

Zu Hause daran gewöhnt, dass von Oregon bis Florida dieselbe Sprache gesprochen wird und für Dollar alles zu haben ist, herrscht in Europa grenzenlose Verwirrung.

Kaum hat er sich in Frankreich an Sprache und Geld gewöhnt, ist er in Genf. Dieselbe Sprache, aber anderes Geld. In Luzern kann er zwar mit demselben Geld bezahlen, hört aber eine andere Sprache. In Bregenz wiederum spricht man zwar deutsch, zahlt aber mit Euro. Der Amerikaner wird es kaum noch wagen, einen Abstecher nach Rom zu machen. Es lebe Europa. E. B.