Salzkorn

So nahe beieinander sind kirchliche Festtage selten. Gestern feierte die reformierte Kirche, heute ist die katholische an der Reihe. Für die Reformierten ist der 31. Oktober der Tag, an dem vor 494 Jahren Martin Luther seine Reformthesen an die Türe der Schlosskirche von Wittenberg nagelte.

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So nahe beieinander sind kirchliche Festtage selten. Gestern feierte die reformierte Kirche, heute ist die katholische an der Reihe. Für die Reformierten ist der 31. Oktober der Tag, an dem vor 494 Jahren Martin Luther seine Reformthesen an die Türe der Schlosskirche von Wittenberg nagelte. Für die Katholiken ist der 1. November der Tag, aller Heiligen zu gedenken.

Reformation hier, Heilige dort, die Festakzente sind verschieden. Das gilt immer noch. Nur haben sich die Fronten aufgeweicht. So gibt es heute auch auf reformierter Seite ein grosses Interesse an den Heiligen, wie das Gallus-Buch von Pfarrer Max Schär beweist. Umgekehrt ist an der katholischen Basis ein lautes reformatorisches Rumoren zu hören, wie es die Unterschriftensammlung für Gleichberechtigung im Bistum Basel zeigt.

Reformverlangen und Heiligenverehrung sind einander so nahe wie noch nie. Und doch sollten die Kirchen nicht gleich fusionieren. Denn das schönste an der Religion ist noch immer das: ihre Artenvielfalt. J. O.

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