Salzkorn

Nebel, Nässe, Kälte, zeitweise gar Schnee: Nein, bezüglich Wetterbedingungen und -prognosen entspricht die diesjährige Olma wirklich nicht dem von Sonnenmilde, Himmelblau und Laubzauber kündenden Messeplakat.

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Nebel, Nässe, Kälte, zeitweise gar Schnee: Nein, bezüglich Wetterbedingungen und -prognosen entspricht die diesjährige Olma wirklich nicht dem von Sonnenmilde, Himmelblau und Laubzauber kündenden Messeplakat.

Kein Wunder also, dass sich der Olma-Direktor lieber ans Plakat hält und es in geradezu hymnischen Tönen preist. Für Goethe, schreibt der Direktor in der Olma-Beilage dieser Zeitung, hätte das Plakat durchaus Anlass sein können, seinem Faust die Worte in den Mund zu legen: «Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!»

Das Zitat hat allerdings seine Tücken. In der berühmten Wette mit Mephistopheles graust es Faust nämlich vor einem solchen Verweilen im Augenblick. Für ihn, den Streber nach Höherem, ist behagliches Geniessen gleichbedeutend mit Liegen auf dem «Faulbett», ja mit Anklingen der «Totenglocke». Doch ob Wetter oder Wetten, dem Direktor und uns allen spendet Goethe auch Trost. Den Herrn im Himmel lässt er sagen: «Es irrt der Mensch, solang' er strebt.» stb.

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