Salzkorn

Kirchenfürsten verdanken wir herrliche Residenzen. Salzburg oder Würzburg gehören zum Weltkulturerbe, weil Bischöfe einst bei der erbaulichen Verewigung von Prunk und Pracht nicht knausrig waren und ihren Gläubigen barocken Glanz boten.

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Kirchenfürsten verdanken wir herrliche Residenzen. Salzburg oder Würzburg gehören zum Weltkulturerbe, weil Bischöfe einst bei der erbaulichen Verewigung von Prunk und Pracht nicht knausrig waren und ihren Gläubigen barocken Glanz boten. Heute indes erzürnt sich die Gemeinde über den Bischof von Limburg wegen eines neo-barocken Bauprojekts. Man wirft ihm Verschwendungssucht vor. Der Ausbau seiner Unterkunft kostet inzwischen über 30 statt der budgetierten 5 Millionen Euro. Deshalb solle er dort erst gar nicht einziehen, sondern seinen Bischofsstuhl räumen.

Ist das nicht sehr kleinlich angesichts der grossen Tradition barocken Kirchenpomps? Mag sein, aber beruft sich nicht der Bischof von Rom auf die Bescheidenheit des heiligen Franziskus? Vielleicht hat Bischof Franz-Peter die Bauvorschrift Christi für Franz von Assisi ja nur allzu wörtlich befolgt: «Geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.» Nur die seit 1205 gestiegenen Baukosten hat er nicht bedacht. W. W.

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