Glosse

Salzkorn

Die Einkaufstouristen freut's, die deutschen Discounter ebenso: Unsere Fränkli können weiterhin ennet der Grenze ausgegeben werden, und ab und zu ein paar Viren inklusive. Who cares?

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Wegen Corona sind die Einschränkungen reihum wieder verschärft worden. Aber das Schlimmste ist bisher abgewendet: geschlossene Grenzen. Wir Schweizer können also weiterhin Billigfleisch beim deutschen Discounter einkaufen. Gott sei’s gedankt, hierzulande gibt es ja keine Lebensmittelläden.

Was die Angst vor einer Hungersnot auslösen kann, hat sich vor einem Monat gezeigt. Da stand kurzzeitig im Raum, dass Schweizer Einkaufstouristen aus Risikogebieten nur noch mit negativem Coronatest nach Deutschland einreisen dürfen oder 14 Tage in Quarantäne müssen. Die Folge: Endlose Schlangen vor deutschen Läden, rasch nochmals den Einkaufswagen bis über den Rand füllen, bevor es zu spät ist.

Die 24-Stunden-Regel hat dann auch dieses Gespenst verscheucht. Und so freuen sich die deutschen Läden nach wie vor, Schweizer Kunden bedienen zu können, nach der Devise: «Wir nehmen eure Fränkli sehr gern, da nehmen wir notgedrungen auch ein paar Viren in Kauf. In Zahlung nehmen können wir sie aber leider nicht.»