Glosse

Salzkorn

Weihnachten beginnt im Coronajahr früher als sonst. Wieso das nur Vorteile mit sich bringt.

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Schlechte Nachrichten für jene Konsumkritiker, die sich alle Jahre wieder darüber empören, wie früh die ersten Lebkuchen und Christbaumkugeln in den Regalen stehen: Das Weihnachtsgeschäft dürfte im Coronajahr noch zeitiger starten als sonst. Im Detailhandel wird derzeit diskutiert, in diesem Advent mehr Sonntagsverkäufe zu veranstalten. Damit möchte man Kundenströme besser verteilen und Gedränge in den Läden vermeiden.

Überhaupt wird die Zeit vor Heiligabend diesmal stressfreier als die Jahre zuvor. Keine wochenlang ausgefeilten Ausreden mehr, um sich vor dem Fondue-Chinoise-Abend mit der entfernten Verwandtschaft zu drücken. Ein «leichtes Kratzen im Hals» reicht – man will schliesslich auf keinen Fall Tante Jeanette anstecken. Keine gezwungenen Reden vom Chef am Weihnachtsessen mit der ganzen Belegschaft – man speist mit den Lieblingskollegen im kleinsten Kreis. Und nicht zuletzt das Beste am Dezember 2020: die hoffnungsvolle Vorfreude auf das Jahr 2021. Es kann nur besser werden. lim