Glosse

Salzkorn

Das Schutzkonzept ist im Aufwind.

Thorsten Fischer
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Konzerte, Sportanlässe, Kinos – auf immer mehr Plakaten prangt es wie ein Gütesiegel: «Jetzt mit Schutzkonzept». Nicht als verstohlene Information in einer Ecke, sondern grafisch prominent platziert. Der Vor-Corona-Mensch hätte mit einem solchen Hinweis nicht viel anfangen können, jetzt wirkt es fast schon wie ein Werbeargument. Ähnliches kennt man aus der Lebensmittelindustrie. Wurde früher mit Riesenportionen und der immer noch süsseren Versuchung geworben, zählt heute paradoxerweise genau das, was nicht mehr drin ist. «Ohne Geschmacksverstärker, Zucker und Konservierungsmittel.»

Sich einschränken und dafür gesund bleiben, lautet die Botschaft. Das soll nun auch mit den Massnahmen für Grossveranstaltungen erreicht werden. Irgendwie weitergehen muss es ja. Sonst drohen Mangelerscheinungen – bei Publikum, Künstlerinnen und Künstlern. Die Politik darf einfach nicht vergessen, das gesamte Buffet irgendwann wieder freizugeben. Zuweilen braucht es einfach ein richtiges Stück Torte, wo ausnahmslos alles wieder drin ist.