Salzkorn

Mit Snacks wie Nüssli oder Popcorn kann man uns ködern - und an die Altersvorsorge erinnern. Am besten, wir nehmen den XL-Kübel.

Bettina Kugler
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Illustration: Corinne Bromundt

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Auch ein Brötchen möchte er hin und wieder haben, sich etwas leisten können. Dazu noch Unterhaltung; in der luxuriöseren, den Kopf mit einbeziehenden Variante: Kultur. Brot und Spiele eben, wie schon im Alten Rom. Fussball, Theater, Kino – all das gibt es ja noch, gottlob, trotz Netflix und Corona, und hoffentlich überlebt es die aktuelle Krise.

Was aber wäre Kino ohne Popcorn? Etwas zum Knabbern muss sein. Sonst knurrt der Magen, immer genau dann, wenn es mal still ist. Mit Snacks sind wir zu ködern. Wer sie gering schätzt, sagen wir: Nüssli, der macht sich unbeliebt. Sie erinnern sich? «Peanuts» wurde in Deutschland 1994 zum «Unwort des Jahres», nachdem ein Banker damit schnöde herumgeworfen hatte. Und nun das! «Rente ist wie Kino-Popcorn: Reicht nie bis zum Schluss», so die düstere Prognose von der Reklametafel herab. Eine App soll es verhindern. Ach, liebe Werber, geht doch mal wieder ins Kino, am besten in einen Kinderfilm. Da ist Sorge um morgen, gemessen am Popcorn auf dem Boden, noch kein Thema.