Glosse

Salzkorn

Bei Globetrotter herrscht jetzt Bürodemokratie. Was bedeutet das?

Linda Müntener
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Bei Globetrotter machen es sich die Chefs ganz schön einfach. Wegen der Coronakrise müssen Stellen abgebaut werden. Wer sein Pult räumen wird, entscheidet aber nicht die Teppichetage. Das wird den Mitarbeitenden überlassen. In «moderierten Wahlgängen», wie es das Reiseunternehmen nennt, oder mit «institutionalisiertem Mobbing», wie man es auch nennen könnte. Übrig bleibt jener, der im Büro die wenigsten Freunde hat. So wie damals der Schüler, der als letzter in die Fussballmannschaft gewählt wurde.

Natürlich hat dieses Modell durchaus auch angenehme Seiten. Man stelle sich vor, wie die Kolleginnen und Kollegen um die Gunst der anderen buhlen. Jeden Tag bringt jemand Kuchen mit, man streitet sich um die Überstunden, mit Komplimenten wird wild um sich geworfen. Tönt eigentlich gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt, man darf in der neuen Arbeitsplatzdemokratie auch bei anderen Traktanden mitbestimmen. Höhe des Lohns, Anzahl Ferienwochen, Gewinnverteilung. Und vor allem: Wahl des Chefs.