Salzkorn

Ein Bayer liebäugelt mit dem Kanzleramt in Berlin und gibt sich herrschaftlich. Auch an seiner Stimmlage hat er bereits gearbeitet.

Bettina Kugler
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Selfies machen kann jeder. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich damit zu einer Marke aufgebaut: Mal, was beim Volk stets gut ankommt, mit Kindern oder Hunden. Mal als Retter der christlich-abendländischen Kultur, der in Behörden wieder Kreuze aufhängt. Ein grober Schnitzer, wie sich zeigte. Doch Supermarkus, Meister der Anpassungskunst, hat daraus gelernt.

Sein Hang zu sprechenden Bildern ist ungebrochen. Erst recht in Coronazeiten, zumal in Berlin demnächst das Kanzleramt frei wird. Noch hat sich Söder nicht erklärt, nicht medienwirksam am Zaun gerüttelt und geknurrt, da wolle er rein. Stattdessen gab es tolle Fotos: König Markus von Bayern empfängt die preussische Kanzlerin Angela Merkel zur distanzierten Kabinettssitzung auf Schloss Herrenchiemsee. Aus dem Hofbräuhaus, wo zwei «Zeit»-Reporter mit der Kabarettistin Mama Bavaria eine Mass Bier gestemmt und über Söders Ambitionen spekuliert haben, wird laut, dessen Stimme klinge neuerdings tiefer. Na und? Gefährlicher ist’s doch, wenn einer Kreide frisst. bk.