Salzkorn

Corona hat die Menschen dazu gebracht, Freizeit und Ferien anders zu verbringen als bisher und zu entschleunigen. Das fordert die Betreiber gigantischer Kreuzfahrtschiffe heraus. Ihre Devise indessen lautet: Klotzen statt kleckern.

Bettina Kugler
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Illustration: Corinne Bromundt

Nichtstun kann so einfach sein. Eine Hängematte im Garten genügt, oder ein Liegestuhl auf dem Balkon. Wer keinen hat, findet vor der Haustür sicher ein schattiges Plätzchen. Braucht man mehr zur Erholung als draussen sein, einatmen, ausatmen? Der Coronasommer hat Reiselustige bescheiden gemacht: ein Königreich für einen Platz auf dem Campingplatz!

Da müssen sich Anbieter teurer Fernreisen etwas einfallen lassen. Etwa die Reedereien der 272 Kreuzfahrtschiffe, die bis 2019 weltweit im Einsatz waren zur Dauerbespassung jener Touristen, denen die Hängematte zu wenig ist, Landgänge aber auch nicht reichen. Die Luxusdampfer rüsten auf, in der Hoffnung, dass bald ein Impfstoff gegen Covid-19 die grassierende Anspruchslosigkeit eindämmt. Auf Schiffen, die «Global Dream» heissen oder «Mardi Gras», soll es bald wilde Achterbahnfahrten geben rund ums Oberdeck. Getüftelt wird noch an der Machbarkeit. Viel Aufwand für ein Vergnügen, das Wind und Wellen Menschen mit empfindlichem Magen gratis bieten.