Glosse

Salzkorn

Jodeln wird immer beliebter - auch unter Städtern.

Jürg Ackermann
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Online - Leben - Kolumnen - Salzkorn

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Was für ein Wandel! Vor 30 Jahren galt Jodeln noch als verstaubt und rückständig. Wer von einem Berg aus einen Jutz ins Tal schickte, stand unter Generalverdacht, ein Konservativer zu sein. Das ist nicht mehr so.

Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, hat die Jodelwelle mittlerweile alle Altersgruppen erfasst, auch in Städten. Viele Kurse sind Monate voraus ausgebucht. Denn Singen ist gut für Körper und Seele und bringt einem im Alltagsstress auf andere Gedanken. Einige Volksmusiker sagen gar: «Beim Jodeln brauche ich keine Worte, um jemandem etwas mitzuteilen.»

Damit passiert dem Jodeln, was zuvor schon Schwingern und Bierbrauern Höhenflüge bescherte. In der globalisierten Welt besinnen sich viele Menschen auf das Lokale, auch im links-urbanen Milieu.

Das sollte sich nun auch die SP, die zuletzt Mühe hatte, mit ihren Botschaften gehört zu werden, zu Nutze machen. Gut möglich, dass das künftige Führungsduo Parteiversammlungen in ganz neuem Stil eröffnet: «Genossinnen und Genossen, bitte aufstehen: Wir jodeln die Internationale.»