Glosse

Salzkorn

Icelandair wollte erst alle Flugbegleiterinnen entlassen - und krebst nun doch zurück.

Linda Müntener
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Icelandair schreckt vor drastischen Sparmassnahmen nicht zurück. Die isländische Fluggesellschaft kündigte unlängst an, alle ihre Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter zu entlassen. Man hatte nämlich gemerkt, dass das Kabinenpersonal überdurchschnittlich viel verdient. Und das mitten in der Krise. Da wurde der Rotstift gezückt.

Damit die Passagiere trotzdem nicht auf Tomatensaft und zollfreie Zigaretten verzichten müssen, sollten die Piloten einspringen und vorübergehend den Bordservice übernehmen. «Ladies and gentlemen, this is your captain speaking, chicken or cheese?» Der Aufschrei folgte schnell.

Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Piloten notlanden müssen und die Fluggäste derweil ohne Beistand die Kabinenwände hochgehen. Oder wenn sich der Captain versehentlich aus dem Cockpit ausschliesst. Ein Glück, wird es zu diesen Szenarien nicht kommen. Denn die Fluggesellschaft zeigt sich nun doch gesprächsbereit und verhandelt erneut mit der Gewerkschaft. Der Autopilot hatte eine Lohnerhöhung gefordert.