Glosse

Salzkorn

Die alltäglichen Tücken beim Blick ins Weltall.

Thorsten Fischer
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Am abendlichen Himmel ist noch immer der Komet Neowise unterwegs. Mit Geduld und Tipps von den Profis lässt er sich entdecken. Doch Astronomiefans können auch Pech haben – weil Wolken gerne einmal die Sicht auf das Ereignis verdecken. Der Komet wird erst in ein paar tausend Jahren zurückkehren.

Wie gut man ihn dann sieht, ist ungewiss. Denn schon heute wird es voll in unserer Umlaufbahn. Private Firmen und Staaten schiessen fröhlich Satelliten und Fluggeräte ins All. In der Zukunft dürfte es im Orbit also wild zu- und hergehen. Welcher Stern blinkt dort so aufgeregt? Ach so, es ist bloss das neuste überdimensionierte Discoschiff, das am Wochenende seine Bahnen über der Stratosphäre zieht.

Vielleicht sollte man es darum mit der Kometenbeobachtung besser jetzt versuchen. Nur ganz bequeme und zynische Zeitgenossen warten einfach auf den nächsten Winter. Dann kann man sich an jeder Strassenecke über all die Bestandteile ärgern, die auch in jedem Kometen enthalten sind – jede Menge Eis und gefrorener Staub.