Glosse

Salzkorn

Kinobetreiber wollen alte Filme in die Kinos holen. Denn wegen Corona fehlen die neuen Blockbuster. Eine Notlösung? Nein, das ist die Zukunft des Films.

Kaspar Enz
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Die Kinos öffnen am Samstag wieder. Doch weil die neuen Filme fehlen, bleibt auch das Publikum weg, fürchten die Kinobetreiber. Deshalb wollen sie auf alte Filme setzen. Als Notlösung.

Dabei ist das der logische nächste Schritt, auf den die Filmindustrie seit Jahren zusteuert. Auf alte Schinken setzt sie ja schon lange. Nur vergeudete sie bisher Milliarden damit, dafür jeweils neue Filme zu drehen. Zum Beispiel acht Spiderman-Filme in 18 Jahren. Dabei lassen sich aus den Spiderman-Filmen aus den 1970ern mit etwas Marketing leicht «Vintage-Blockbuster» machen: Das neuartige Genre bietet wohltuend überschaubare Autoverfolgungsjagden statt nicht enden wollender computeranimierter Showdowns. Für anspruchsvollere Kinogäste gibt es 2020 «Little Women» von 1933. Und Disney bringt «Aladdin» von 1992 als Cartoonversion des Realfilms vom letzten Jahr heraus.

Schiefgehen kann dabei eigentlich nichts. Etwas geschickte Planung, und das Kinoprogramm 2020 sieht genau so aus wie von Anfang an geplant.