Glosse

Salzkorn

Auf der Autobahn ist der Verkehr nach der Coronapause wieder dicht. Das bremst die notorischen Raser aus. Ruft aber die ebenso lästigen Drängler wieder auf den Plan. Manche begreifen es halt nie.

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Hach, wie war das verkehrstechnisch angenehm in den ersten Tagen des Lockdowns. Die Strassen fast wie leergefegt, und wer doch noch unterwegs war, fuhr unter dem Eindruck des anfänglichen Schocks gesittet, zuvorkommend und besonders vorsichtig. Die Folgen: kein Stau, kein Stress.

Nach ein paar Tagen freilich wagten sie sich wieder aus der Deckung, die notorischen Raser und Schnellfahrer. Sie und ihr Bleifuss hatten das reduzierte Verkehrsaufkommen als Einladung missverstanden, auf der Autobahn noch stärker auf die Tube zu drücken als zuvor. Wiederholt las man von Geschwindigkeitsexzessen selbst von über 200 Kilometern pro Stunde. Gut, ist die Polizei nicht unter Lockdown und hat so manchen Unverbesserlichen aus dem Verkehr gezogen.

Mittlerweile hat dieser wieder ganz hübsch zugenommen. Immerhin bremst der Mehrverkehr die Tempobolzer aus. Jetzt müsste man noch den notorischen Dränglern eintrichtern: Auf der Autobahn gilt im Fall nicht die Zwei-Meter-Abstandsregel.