Glosse

Salzkorn

Über Telefonnummern, Wein und offene Beizen.

Silvan Lüchinger
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Ab Montag dürfen wir wieder. Fast einen Monat früher als ursprünglich vorgesehen. Eintreten, desinfizieren, absitzen, ein Glas Wein bestellen. Wenn Kellnerin oder Kellner maskiert und behandschuht sind, stört das nicht weiter – Hauptsache, sie tragen keinen Gehörschutz.

Wir wissen natürlich, dass für die staatliche Wohltat der Beizenöffnung Zugeständnisse nötig sind. Warum sollten wir denn Namen und Vornamen nicht angeben? Die Wirtin kennt uns ja seit Jahren. Auf die Telefonnummer kommt’s dann auch nicht mehr an. Wer kein Telefon dabei hat, ist ein Niemand und wird ergo nicht bedient. So einfach geht das. Dabei wären wir bereit, noch weiter zu gehen. Warum nicht den Kontostand offenlegen? Als Beweis, dass wir auch zahlen können. Ob wir eine Glasbruchversicherung haben, gehört auf den Tisch. Ebenso die ärztliche Bestätigung, dass wir milben- und krätzefrei sind. Für den Fall einer Kontrolle empfehlenswert ist zudem eine aktuelle Lebensbescheinigung. Sie wird von jeder Gemeinde ausgestellt. Gegen Gebühr, versteht sich.