Glosse

Salzkorn

Weite Hundeplätze sind für Hündeler und ihre Vierbeiner in Coronazeiten tabu, engere Hundehallen nicht. Das soll mal einer verstehen.

Stefan Borkert
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Illustration: Corinne Bromundt

Der Amtsschimmel hat auch im Lockdown das Wiehern nicht verlernt und ist dabei buchstäblich auf den Hund gekommen. Der Dachverband der Hundevereine (SKG) hat versucht, mit dem Bund eine Regelung für das Hundetraining auf dem Hundeplatz zu treffen, denn wie bei anderen Vereinen gilt, dass alle Vereinsaktivitäten verboten sind. Aber anders als beim Ringen, Karate, Fussball, Handball oder im Gospelchor, halten Herrchen und Frauchen schon in normalen Zeiten Abstand. Auf dem Platz gehen sich höchstens mal zwei vierbeinige Raufer an den Kragen.

Nein, nein, nein, sagen die Behörden, der Hundeplatz bleibt leer. Eine Art «Entgegenkommen» gab es nun doch: Wer den Beweis erbringt, dass der Hund sonst nicht Gassi gehen kann, der darf sich mit seiner Fellnase in – Achtung! – einer Halle beschäftigen. Solche Hallen sind rar in der Schweiz. Hundeplätze, die ein Vielfaches grösser sind als Hundehallen, bleiben also weiterhin praktisch ungenutzt. Da wird doch, frei nach Till Eulenspiegel, der Hund in der Pfanne verrückt.