Salzkorn

Weshalb die Thurgauer auf der «Titanic» ertrunken wären.

Pascal Hollenstein
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Der wahre Charakter eines Volksschlages, man weiss es, offenbart sich statistisch erst in einer Krise. Historiker haben beispielsweise nachgewiesen, dass britische Passagiere der «Titanic» häufiger ertranken als amerikanische – weil sie eben brav vor den Rettungsbooten Schlange standen, anstatt sich wie die Rüpel vom neuen Kontinent in die rettenden Gefährte durchzudrängeln.

Aktuelle Statistiken rücken nun ein anderes Völklein in den Fokus des Interesses: die Thurgauer. Sie haben, das zeigen die neuesten Daten der virologischen Erbsenzähler des Bundes, schweizweit die niedrigste Infektionsrate mit dem Corona-Virus.

Ob das nun daran liegt, dass sich die Mostinder – wie damals die Briten – besonders strikt an die Vorschriften halten? Oder ob der gemeine Thurgauer engen Sozialkontakten generell nicht sonderlich zugeneigt ist? Es eröffnen sich interessante volkskundliche Forschungsperspektiven.

Fest steht indes: Als Passagier auf der guten alten «Titanic» wäre der Thurgauer schnöde ertrunken.