Glosse

Salzkorn

Was in Triboltingen so alles vom Himmel fällt.

Silvan Lüchinger
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Triboltingen am Untersee. Das sind gut 400 Einwohner, schöne Fachwerkhäuser, eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Seit er 1975 von Ermatingen eingemeindet wurde, ist der Flecken zwar keine selbständige Gemeinde mehr. Aber alles in allem ein Thurgauer Dorf wie Dutzende andere auch. Das heisst, in Triboltingen ist kaum je etwas los, das zu reden gäbe.

Ganz selten einmal ist es anders. Unlängst zum Beispiel fielen dort Vögel vom Himmel. Nicht zwei oder drei. Weit mehr als hundert waren es. Ohne irgendwelche Vorzeichen, einfach so. Manche hätten noch mit den Flügeln gezuckt, heisst es von erschrockenen Augenzeugen. Über die Ursache des Vogelregens wird spekuliert. Ein Zusammenprall mit einem Lastwagen könnte der Grund sein. Oder ein Blitz aus heiterem Himmel. Vielleicht war sogar das unheimliche Monster 5G im Spiel. Genau weiss es niemand, und genau wird man es wohl auch nie wissen.

Als sicher gilt hingegen, dass sich das makabre Schauspiel morgen Sonntag wiederholen wird. Diesmal im ganzen Kanton. Denn im Thurgau finden Regierungs- und Kantonsratswahlen statt. Nur dass dann statt Staren Stars vom Himmel fallen. S.L.