Glosse

Salzkorn

Die Staatsarchitektur von Donald Trump

Urs Bader
Drucken
Teilen

US-Präsident Trump will per Dekret einen offiziellen Stil für Regierungsbauten einführen. «Schön» müssten sie wieder werden: «Making federal buildings beautiful again». Massgebend soll neu der «klassische» Stil sein.

Staatsarchitektur ist durch Faschismus, Nationalsozialismus und Stalinismus derart diskreditiert worden, dass demokratische Staaten seither davon abliessen. Die Regierung John F. Kennedys erliess 1962 eine Richtlinie, die festhielt, ein offizieller Baustil solle vermieden und dafür «den schönsten zeitgenössischen Architekturgedanken» Raum gegeben werden.

Was dabei entstand, wird nun als «chaotisch», «entstellt» oder «einfach nur hässlich» kritisiert. Künftig soll die Bundesarchitektur jedoch wieder «Würde, Kraft und Stabilität» ausstrahlen. Im Ernst? Als Immobilien- mogul mit schlechtem Geschmack hat man Trump schon kennengelernt. Nicht aber als Präsidenten, der sich besonders um Würde bemüht. Nicht einmal um die Wahrung der Fassade.U. B.