Glosse

Salzkorn

Der Wirbel um den Abgang des CS-Chefs

Urs Bader
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Es ist wie eine miese Never-Ending-Story, nur in echt. Da muss wieder einmal der CEO einer Grossbank gehen, und wieder wird ihm mit Millionen der Abgang versüsst. So als wäre nie eine Abzocker-Initiative angenommen worden. Natürlich wird argumentiert, es sei alles rechtens. Mag sein, es wurden ja auch genügend Schlupflöcher gelassen.

Es soll jetzt nur niemand damit kommen, es würde hier wieder eine Neiddebatte angezettelt. Was denn sonst, wenn sich bald auch der Kleinsparer mit Negativzinsen herumschlagen muss! Ein bürgerlicher Nationalrat kommentierte den Abgang des CS-Chefs so: «In dieser Affäre gilt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.» Wie bitte? Vielleicht erinnert sich der Parlamentarier gelegentlich wieder an seine Rolle als Gesetzgeber. Und es mutet fast schon kitschig-rührend an, wenn ein Ex-Banker einen «Sittenzerfall» in den Banken beklagt. Schämt sich dort deswegen jemand? Kaum. Das kann ja ausgelagert werden. U. B.