Glosse

Salzkorn

Persönliche Namensschilder an Anlässen und Partys - wie lange wird es sie noch geben?

Thorsten Fischer
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Online - Leben - Kolumnen - Salzkorn

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Ein Foto von Hollywoodstar Brad Pitt bringt derzeit einige zum Schmunzeln. Der Schauspieler lässt sich am Eingang zum Essen der Oscar-Nominierten geduldig ein Namensschild montieren. Andere, weit weniger bekannte Stars verzichten auf die Beschriftung. Etwas ausgefallen, einen Weltstar wie Pitt zu kennzeichnen, denken sich manche.

Doch vielleicht naht das Ende von Namensschildern schneller, als einem lieb ist. Vielerorts liebäugeln Behörden mit grossflächiger Gesichtserkennung per Software. Irgendwann wird es die Technologie auch aufs private Smartphone schaffen. Namen bei Anlässen sind dann komplett überflüssig. An der nächsten Party einfach mit der Handykamera draufhalten und sich anzeigen lassen, wer da gierig am Kuchenbuffet zuschlägt. Oder wer gerade in der Ecke mit wem so vertraut plaudert.

Höchstens Nostalgiker werden dann noch das Privileg vermissen, nach ein paar Stunden das Namensschild verschwinden zu lassen und halbwegs anonym nach Hause – oder wohin auch immer – zu gehen.