Glosse

Salzkorn

Zusatzfunktionen und Extras sollen Autos aufwerten - und bieten  Nachbarn neuen Gesprächsstoff.

Thorsten Fischer
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Schon hatte man sich Sorgen um die Zukunft der Autoindustrie gemacht. Nun aber zeichnen sich neue Geschäftsfelder ab – der Elektrifizierung und Digitalisierung sei Dank. Neue Autos sind zunehmend Computer mit eigener Software. Da liegt es nahe, dass gewisse Funktionen nachträglich herunter­geladen werden können. Vielleicht sogar gegen Aufpreis. Zusätzliche Navigationshilfen etwa, oder wie wäre es mit schicken neuen Beleuchtungseffekten? An Ideen dürfte es nicht mangeln.

Für die lautlosen Elektrofahrzeuge entwerfen Sounddesigner derzeit bereits künstliche Motorengeräusche. Damit die Autos besser hörbar werden. Einige Marken lassen sich nicht lumpen: Sie ­engagieren Komponisten, die sonst die Musik für Hollywoodfilme komponieren. Ein melodisches Summen aus Meisterhand als Fahrgeräusch – damit erreicht der Prestigekampf auf den Strassen die nächste Stufe: Der Nachbar fährt im superschicken Mercedes Maybach vor? Kein Problem. Dafür orgelt der Motor meines Kleinwagens wie eine Sonate von Johann Sebastian Bach.