Glosse

Salzkorn

Donald Trump kämpft um die Stimmen der Evangelikalen. Was hat der US-Präsident mit Jesus gemein?

Jürg Ackermann
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Bei der US-Präsidentenwahl im kommenden November dürfte es um jede Stimme gehen. Schon jetzt wird ein enges Rennen zwischen Donald Trump und dem noch zu bestimmenden demokratischen Herausforderer erwartet. Eine wichtige Rolle spielen dabei die konservativen Christen, von denen es in den USA geschätzte 70 bis 80 Millionen gibt. Gemäss Politologen wird die überwältigende Mehrheit der weissen Evangelikalen auch diesmal wieder für Trump stimmen. Er verkörpert für viele von ihnen das Gute im Kampf gegen die Finsternis.

Kein Wunder hat Trump Heilig Abend 2019 in einem Gottesdienst einer konservativen Baptisten-Gemeinde in Florida verbracht – zusammen mit seiner dritten Frau Melania. Gemeinhin fragt man sich: Wie kommt es eigentlich zu dieser Nähe? Was hat der selbstlose Jesus mit einem Präsidenten gemein, der auch mal in der Öffentlichkeit lügt, Tötungen befiehlt, andere beleidigt und kaum je Demut zeigt? Darauf eine Antwort zu finden, dürfte nicht nur für Theologen ein heikles Unterfangen sein. Einige von ihnen sind aber sicher, dass sich Trump vor allem von Matthäus 5,3 magisch angezogen fühlt: «Selig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Himmelreich.»