Glosse

Salzkorn

Das vollmundige Versprechen des Onlinemagazins «Republik», ein «Geschäftsmodell für einen unabhängigen Journalismus im 21.Jahrhundert» zu etablieren, blieb allzu oft in Ankündigungen stecken.

Gottlieb F. Höpli
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Illustration: Corinne Bromundt

Illustration: Corinne Bromundt

Zu den Zeitgenossen, die gute Wünsche für das neue Jahr besonders nötig haben, gehören die gegen 50 Mitarbeiter des Onlinemagazins «Republik», das vor zwei Jahren mit viel Tamtam und 7,7 Millionen Franken Spielgeld an den Start ging. Wenn bis Ende März nicht zusätzliche 2,2 Millionen zusammenkommen und 19000 Abonnentinnen und Abonnenten an Bord sind, werden am Sitz der Redaktion im Zürcher Kreis 4 die Lichter ausgehen.

Das vollmundige Versprechen, ein «Geschäftsmodell für einen unabhängigen Journalismus im 21. Jahrhundert» zu etablieren, blieb allzu oft in Ankündigungen stecken. Da wurde eben eine private Kita-Organisation aufgrund von Aussagen ehemaliger Mitarbeitender angeschwärzt, ohne die Angegriffenen zu Wort kommen zu lassen.

Aber: Öffentliche Krippen durchleuchten? Den Sozialstaat gar? Gehört nicht zum Pflichtenheft.

Das ist wenig und einseitig. So wird wohl Ende März die Chronik einer journalistischen Selbstüberschätzung zu lesen sein. Aber nicht mehr in der «Republik».