Glosse

Salzkorn

Immer nur Stress - am Arbeitsplatz und in der Freizeit.

Gottlieb F. Höpli
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Im Spätherbst, also immer dann, wenn die Löhne fürs kommende Jahr ausgehandelt werden, häufen sich die Meldungen über den zunehmenden Stress am Arbeitsplatz. 42,3 Prozent der Arbeitnehmer, so die jüngste Studie, fühlen sich gestresst. Ein Schelm, wer denkt, das sei eine von den Gewerkschaften gesteuerte Kampagne. Schliesslich halten die Arbeitgeber jeweils mit düsteren Prognosen über die Wirtschaftsentwicklung dagegen. Alles streng wissenschaftliche Studien, versteht sich.

Trotzdem sollte man vielleicht einmal darüber nachdenken, ob sich der Stress am Arbeitsplatz und der Stress in der Freizeit nicht gegenseitig hochschaukeln. SMS, Whatsapp, Facebook und was der Social Media mehr sind, nehmen immer mehr Zeit in Anspruch. Netflix, Sport und andere Formen der Selbstoptimierung ebenso. Nicht zu reden davon, dass das Ganze ja auch noch organisiert werden muss. Es soll sogar Menschen geben, für die beginnt der Stress nicht am Montagmorgen. Sondern er hört dann auf. G.F.H.