Salzkorn

Quid pro...was?

Urs Bader
Drucken

Im Zentrum des angestrebten Absetzungsverfahrens gegen den US-Präsidenten steht Trumps Ukraine-Affäre. Er soll versucht haben, seinen ukrainischen Amtskollegen mit dem Zurückhalten von Militärhilfe zu einem «Quid pro quo» zu bewegen, zu einer Gegenleistung. Wörtlich: dies für das. Trump verlangte Ermittlungen gegen die Familie Joe Bidens, seinem möglichen Konkurrenten um die nächste Präsidentschaft.

Quid pro… was? Eben. Mit dem lateinischen Fachausdruck liess sich im öffentlichen Streit wenig anfangen. Trumps politische Gegner, die Demokraten, haben das inzwischen auch gemerkt und sprechen nun von «Bestechung». Das trifft die Sache zwar auch nicht richtig, wird aber in der Verfassung als ein Grund für ein Absetzungsverfahren genannt.

Wohlverstanden – das hier ist kein Plädoyer gegen das Latein. Aber für eine Politikersprache, die Rücksicht nimmt auf jene, die von Politik auch betroffen sind, denen eine höhere Bildung aber versagt blieb. U.B.