Glosse

Salzkorn

Wie dem Novemberblues beizukommen ist. 

Odilia Hiller
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Illustration: Corinne Bromundt

Illustration: Corinne Bromundt

Mitte November ist es vielen Menschen zum Heulen. Die trüben Herbsttage lassen die Motivation in den Keller sacken. Sie fragen sich, was das alles soll. Warum, wozu – und weshalb sie dabei auch noch durch den Regen laufen müssen. Manche nennen es Herbstdepression, andere Novemberblues.

Strategien gegen das Herbstelend gibt es zuhauf. Warten, bis es vorbeigeht, ist eine davon. In den Süden fliehen ist wirksam, jedoch klimaunfreundlich.

Nun gibt es eine neue Methode. Australische Forscher haben nämlich Bahnbrechendes entdeckt – wohl bei angenehmen 26,4 Grad und gleissender Novembersonne:

Weinen macht alles besser.

Tränen vergiessen ist nicht nur gesund, es macht auch stressresistent. Menschen, die weinen, wenn sie traurig sind, schütten bei nachfolgenden Belastungssituationen weniger Stresshormone aus. Ihr Herz schlägt ruhiger, sie atmen langsamer.

Wer also in nächster Zeit auf schluchzende Zeitgenossen trifft, sollte gratulieren und sich mit ihnen freuen. Weil es denen doch schon bald so viel besser gehen wird als Ihnen.