Glosse

Salzkorn

"Und du, was tust du für die Umwelt?"

Gottlieb F. Höpli
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Hilfe! Kann denn niemand diesen unerträglichen TV-Werbespot stoppen, der uns zurzeit am Bildschirm zu jeder Tages- und Nachtzeit verfolgt? Dieses Bübchen mit dem seelenvoll-klebrigen Blick, das einem Altarbild entsprungen scheint und an religiöse Verzückungen gemahnt – und die Mutter, die es kuhäugig beglotzt? Was die Werbung mit dem Buben da anstellt: Grenzt das nicht an Kindsmissbrauch?

Und dann erst die Botschaft! Wir sollen also ein Gerät kaufen, damit aus unserem guten Schweizer Wasser ein erfrischend sprudelndes Getränk wird. Damit keine Plastikflaschen mehr nötig werden und der Hausherr sich nicht mehr im strömenden Regen fast zutode schleppen muss. Wer da nicht kauft, muss sich die Killer-Frage gefallen lassen, die jeden weiteren Widerstand zwecklos erscheinen lässt: Und du, was tust du für die Umwelt? Nun, wir hätten da eine Antwort, die ohne den Kauf einer weiteren Küchenmaschine auskommt: Auch wir trinken gutes Schweizer Wasser. Hahnenwasser. G.F.H.