Glosse

Salzkorn

Der Bundesrat bunkert 15 000 Tonnen Kaffee für Krisenzeiten. Und was ist mit dem Walliser Raclette und Waadtländer Weisswein?

Jürg Ackermann
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Das ist mehr als eine gute Nachricht für alle Koffein-Liebhaber. Selbst in grössten Krisenzeiten können sie sicher sein, dass sie hierzulande weiterhin mit einer Tasse Espresso rechnen dürfen. 15 000 Tonnen Rohkaffee – so viel will der Bundesrat als Notvorrat lagern, neben Tausenden Tonnen Reis, Zucker, Fetten oder Getreide. Die Regierung kam von ihren ursprünglichen Plänen wieder ab und stuft die schwarze Bohne nach massivem Lobbying der Interessengruppe Kaffee Schweiz nun doch als «lebenswichtig» ein. Zum Glück!  

Gemäss einem geheimen Zusatzprotokoll ist in der letzten Bundesratssitzung das Kriterium «lebensnotwendig» jedoch auf weitere Güter ausgedehnt worden. Auf Geheiss von Verteidigungsministerin Viola Amherd werden künftig 20 000 Tonnen Walliser Raclette in einem ehemaligen Armeebunker beim Simplonpass gelagert. Zudem soll Guy Parmelin beantragt haben, 300 000 Flaschen Weisswein unter dem Genfersee einzugraben. Es geht schliesslich nichts über ein Glas Chasselas, wenn der atomare GAU oder eine weltweite Dürre drohen.