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Glosse

Salzkorn

Was kann uns im Zeitalter der "sozialen Medien" noch beunruhigen?
Urs Bader

Schon bemerkenswert, wer alles sich an Greta Thunberg und den jungen Klimademonstranten abarbeitet: von Hinz und Kunz bis zu gestandenen Wissenschaftern, die um ihre Deutungshoheit über die Welt fürchten. Das will nicht aufhören. Bemerkenswert dabei ist auch ihr Furor.

Die Jungen werden in die Ecke religiöser Sekten gestellt, als Betroffenheitsdarsteller und Moralunternehmer diffamiert sowie als Untergangspropheten oder Bedenkenträger lächerlich gemacht - als ginge gerade sie die Zukunft der Welt nichts an. In Ihrem Hohn und Spott sehen sich die Kritiker auch im Kampf gegen eine politische Korrektheit und einen Gesinnungs-Mainstream, der ihnen das Maul verbieten wolle. Sie treten damit aber gegen eine Tür, die längst sperrangelweit offen ist. Im Zeitalter der «sozialen Medien» kann uns doch nur noch beunruhigen, was dort tatsächlich alles an Unsagbarem gesagt werden darf – ungestraft und von grossen Teilen der Gesellschaft toleriert. U. B.

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