Glosse

Salzkorn

Die Stadt Zürich macht uns bewusst, wie gefährlich Räbeliechtli-Umzüge sein können. 

Gottlieb F. Höpli
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(Illustration: Corinne Bromundt)

(Illustration: Corinne Bromundt)

Die Stadt Zürich macht’s uns Landeiern wieder einmal vor: Niemand soll dort diesen Herbst einen Räbeliechtli-Umzug organisieren dürfen, der nicht zuvor bei der zuständigen Polizeidienststelle eine Risikoanalyse eingereicht hat. Wer nicht Massnahmen im Hinterkopf hat, um gegen Bombendrohungen, Stromausfall (der Liechtli?) oder auch nur Wildpinkler gerüstet zu sein, ist auch nicht qualifiziert, einen Umzug zu planen. Das sollten sich alle Räbeliechtli-Umzugsveranstalter hierzulande hinter die Ohren schreiben: Auch in Altstätten, Ettenhausen oder St.Gallen soll zuerst das Risiko analysiert und erst dann marschiert werden.

Doch das kann erst der Anfang sein: Wie viele Dinge unternehmen wir nicht täglich, ohne uns des Risikos bewusst zu sein? Ist nicht das ganze Leben überhaupt voller enormer Risiken? Da bleibt doch, seien wir ehrlich, nur die umfassende Risikoanalyse bei der Geburt. Innert dreier Tage auszufüllen und abzugeben beim zuständigen Zivilstandsamt.