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Glosse

Salzkorn

Die Klinik Münsterlingen und ihre früheren Medikamentenversuche.
Gottlieb F. Höpli

Was haben Gefängnisse und Irrenanstalten gemeinsam? Soziologen und kritische Psychiater provozierten in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts mit der Erkenntnis, dass derlei Institutionen eigentlich nicht für die Insassen, sondern vor allem für die Gesellschaft ausserhalb ihrer Mauern geschaffen wurden. Innerhalb der Mauern galt: Sie sollten leicht zu verwalten sein und nicht stören. «Die wahren Klienten sind die da draussen», meinte damals der amerikanische Soziologe Erving Goffman («Asyle»).

Welchen Schaden damals die verschiedenfarbigen Pillen an den Münsterlinger Patienten des Dr. Kuhn anrichteten, galt daher eher als zweitrangig. Ahnungslos waren diese «Versuchskaninchen» (so bezeichneten sie sich oft selbst) jedenfalls nicht. Sie waren ja in der Regel auch nicht gefragt worden, ob sie in dieser Klinik leben wollten. Entscheidend war etwas anderes: der Gewinn für die künftige Medizin und die Pharmabranche. Ja, auch der finanzielle. G.F.H.

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