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Glosse

Salzkorn

Die Welt retten ist nicht das gleiche wie ein Baby aus den Flammen holen. Die Rettenden bilden sich beispielsweise unterschiedlich viel darauf ein.
Odilia Hiller
(Illustration: Corinne Bromundt)

(Illustration: Corinne Bromundt)

Das Ostschweizer Klimakollektiv hat wieder zugeschlagen. Getragen von der ihm eigenen Hybris jammert es: «Wieso muss man nur dann ein Absenzen­gesuch einreichen, wenn man die Welt retten will?» Die Raffinesse, die in dieser Aussage steckt, ist bemerkenswert: «Gesuch» und die «Welt retten» widersprechen sich natürlich diametral. Man verlangt ja von einem Feuerwehrmann auch nicht, dass er ein Gesuch stellt, bevor er ein Baby aus den Flammen rettet.

Augenblicklich lösen sich sämtliche Aktivitäten, über die der Mensch seine Mitmenschen normalerweise im Voraus aus Respekt in Kenntnis setzt, in völliger Bedeutungslosigkeit auf. Oder doch nicht? Der Haken ist folgender: Der Feuerwehrmann hat zwar nicht die Welt gerettet. Er hat sich aber auch nicht im Voraus, währenddessen und im Nachhinein wahnsinnig viel auf seine Tat eingebildet. Solange dafür noch so viel Zeit bleibt, könnte man es durchaus in Ordnung finden, geplantes Klimastreiken kurz anzumelden. Davor und danach kann man ja immer noch die Welt retten. Oder Babys.

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