Glosse

Salzkorn

Die Geschichte von Don Camillo und Peppone...

Gottlieb F. Höpli
Drucken
Teilen

Dass die Rollen zwischen Don Camillo und Peppone heute nicht mehr so einfach verteilt sind wie einst, liess sich ja vermuten. Den Beweis dafür erbringt der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde in der Nähe der Stadt Padua. Er verfügte, dass das Fluchen auf 
öffentlichen Plätzen bei einer Busse von 400 Euro verboten ist.

Zwar beeilte sich der Vertreter der weltlichen Macht zu betonen, dass auch das Fluchen auf den Namen des als reizbar bekannten Allah oder des langmütigen Buddha gebüsst werde. Wie steht es aber mit dem christlichen Herrgott? Dass Kinder schwer bestraft wurden, wenn ein Stein oder Schneeball ein Kruzifix trafen, das ist ja schon ziemlich lange her. Heutige Kirchenvertreter finden trendbewusst, dass mit Strafen und Verboten nichts gewonnen sei.

In der Realität finden sich Don Camillo und Peppone auch heute noch pragmatisch: Dass wirklich Bussen ausgesprochen wurden, davon ist bis heute nichts bekannt. (G.F.H)