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Glosse

Salzkorn

Eine Frauen-Fussballweltmeisterschaft ohne Hupkonzerte.
Bettina Kugler

Frauen sind Leisetreterinnen – zumindest, wenn sie Fussball spielen. Sogar auf Weltklasseniveau. Zwar berichten die Medien seit Wochen pflichtschuldig und ausführlich über die Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich und bemühen sich redlich, mehr als oberflächlichen «Partyjournalismus» zu bieten. Cathrin Gilbert, Fachfrau für Fussball bei der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit», ist dennoch nicht zufrieden. In einem Leitartikel beklagt sie die «Hemmung, sich der WM fachlich zu nähern».

Dabei ist es gerade die Partystimmung, die dem Grossereignis fehlt. Ganz im Gegensatz zur WM der Männer in derselben Disziplin – ein Ausnahmezustand, vor dem es wirklich kein Entrinnen gibt, auch nicht für medienscheue Analphabeten. Wenn Männer kicken, ist auf jeder Getränkedose, in jeder Beiz, auf Fanmeilen, an Hausfassaden und an Auto-Rückspiegeln WM: laut und omnipräsent. Wie schön sind da die ruhigen Sommerabende ohne Hupkonzerte. b.k.

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