Glosse

Salzkorn

Man liest die Ratgeber-Literatur – und fühlt sich schon besser. 

Urs Bader 
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Die Ratgeber-Literatur boomt. Heerscharen von selbstberufenen Ratgeberinnen und Ratgebern widmen sich dabei auch in allen Facetten der Heil- und Wohlfühlwirkung der Natur auf den Menschen. Dabei ist alles ganz simpel, wie Wissenschafter jetzt gezeigt haben. Wer sich insgesamt zwei Stunden pro Woche in Stadtpärken, Wäldern oder an Gewässern aufhält, tut Körper und Geist nachweisbar Gutes. Also, hinaus in die Natur! Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Aber halt! Wie ist das mit der eigenen schmerzenden Hüfte? Hat nicht schon die Lektüre in einem Ratgeber, der Tipps zur Schmerzbekämpfung gibt, Linderung gebracht? Vielleicht funktioniert das – umgekehrt zwar – wie wenn Leute den Zettel über Nebenwirkungen von Medikamenten studieren, die sich dann prompt einstellen. Möglicherweise ent- falten Gesundheitsratgeber ja einen Placebo-Effekt. Man liest sie – und fühlt sich schon besser. Deshalb sind sie auch so beliebt. Achtung: Das ist wissenschaftlich nicht erhärtet. U. B.