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Glosse

Salzkorn

Die Werbung entdeckt die bevorstehende Grillsaison.
Urs Bader

Die Grillsaison will zwar nicht richtig in die Gänge kommen. Dessen ungeachtet bearbeitet die Werbung das Geschäftsfeld Grillieren schon seit Wochen. Die Feuerstelle oder der zivilisatorisch fortgeschrittenere Gasgrill werden dabei zum Ort der nachbarschaftlichen Verbrüderung. Oder des «Mädel- abends», an dem natürlich Vegetarisches auf den Grill kommt, während «ganze Kerle» etwas zu beissen brauchen: nämlich Fleisch! Da wird noch nicht mit Geschlechterrollen und -bildern gehadert. Und auch Familien verheisst die Werbung nur Gutes: «Nichts stärkt die familiäre Bindung besser als das zwanglose Beisammensein draussen am Grill.» Schöne, heile Grillwelt.

Wenigsten dies! Kulinarisch machen Grillpartys ja nur selten Freude: Angekohltes Fleisch – mal noch blutig, mal schon grau –, allerlei halbgares Gemüse, und sogar zum Dessert wird das Glace aus der Plastikbox noch mit grillierten Früchten drapiert. Da muss man halt dann durch. Wer will schon diese heile Welt zerstören? U. B.

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