Glosse
Salzkorn

Auch das bewunderte Zürich hat seine Schönheitsfehler.

Gottlieb F. Höpli
Drucken
Teilen

Die Stadt Zürich kann man ja um vieles beneiden:um ihre Dynamik, ihr kulturelles Angebot, ihre Gastro- und Ausgehszene. Davon sind ja vor allem die Zürcher selbst überzeugt. Wofür man die Stadt allerdings nicht beneiden muss, das sind ihre Plätze. Piazza-Feeling kennt man hier nicht. Vielleicht hatten die Zürcher ja auch nie Zeit dafür. Ihr Parade-Platz ist gerade mal ein Tramhäuschen, das auf allen Seiten permanent vom Schienenverkehr umkreist wird. In der Weite des St.Galler Stiftsbezirks etwa müsste sich ein Zürcher verloren vorkommen.

Sogar der Markt fand in Zürich seit dem Mittelalter aus Platzgründen auf einer Brücke statt. Doch nun soll auch die Gemüsebrücke ihren Marktcharakter verlieren und schmaler werden. Natürlich nicht, um dem Verkehr Platz zu machen – da sei der rot-grüne Zeitgeist davor. Ein Übergang für Fussgänger und Velofahrer, das muss reichen.

Merke: Auch in Zürich geht es manchmal ganz schön eng zu.

G.F.H.

Aktuelle Nachrichten