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Glosse

Salzkorn

Die Welt baut auf Sand.
Gottlieb F. Höpli

In der DDR kursierte einst der folgende Witz: In der Sahara wird der Sozialismus eingeführt. Daraufhin passiert erst einmal gar nichts. Dann wird der Sand knapp.

Wer hätte gedacht, dass aus diesem Witz dereinst bitterer Ernst würde! Und zwar nicht in der kommunistischen Mangelwirtschaft, sondern im superkapitalistischen Singapur und in China – überall dort, wo gebaut wird. Und zwar so viel wie noch nie zuvor. 40-50 Milliarden Tonnen Sand sind es, die jährlich verbaut werden. Da kommt Mutter Natur nicht mehr mit. Nicht zuletzt, weil der Wüstensand sich für die Betonmischung nicht eignet.

Bereits wird der Sand – nach dem Wasser – von der UNO zum zweitgrössten Ressourcenproblem erklärt. Schon machen sich nordafrikanische Banden daran, die Mittelmeerstrände zu plündern, bis nur noch Steine übrig bleiben. Ist es bald so weit, dass das Sonnenbad am sorgsam eingezäunten und bewachten Sandstrand zum Luxusvergnügen für Milliardäre wird?G.F.H.

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