Glosse

Salzkorn

An Ostern werden so viele Eier verspeist wie nie. Weil die Hühner aber noch viel mehr davon legen, tritt der Staat in Aktion. 

Gottlieb F. Höpli
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(Illustration: Corinne Bromunt

(Illustration: Corinne Bromunt

Was haben der heilige Gallus, Ostereier und das Subventionswesen miteinander zu tun? Mehr als man denkt!

Denn «gallus» bezeichnet lateinisch sowohl den «Gallier» wie auch den Hahn. Daher ist der Namensgeber von Kloster und Stadt St. Gallen auch Schutzpa­tron der Hühner.

An Ostern werden bekanntlich so viele Eier verspeist wie nie. Da die Hühner aber auch danach Rekordmengen von Eiern legen, tritt hierzulande automatisch der Staat in Aktion.

Er sieht für die Überproduktion eine subventionierte «Aufschlagsaktion» vor, bei der die Eier in Eigelb und Eiweiss getrennt und dann separat weiterverarbeitet werden. Und natürlich wird jedes Schweizer Ei, das nach Ostern noch im Regal liegt, ebenfalls verbilligt.

Wer jetzt glaubt, das hier sei bloss ein Galimathias, also ein dummes Gegacker, der täuscht sich. Wir haben nur den Inhalt der eidgenössischen Eierverordnung wiedergegeben. Auch wenn wir sie nicht gerade für das Gelbe vom Ei halten.