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Glosse

Salzkorn

Zum Frauenanlitz an der Offenen Kirche in St.Gallen: Diese Stadt ist nicht Disneyland.
Werner Wunderlich
(Illustration: Corinne Bromundt)

(Illustration: Corinne Bromundt)

Der Stadt St.Gallen droht ein Gesichtsverlust von Amtes wegen. Das regt viele auf. Empört, entsetzt, erschüttert protestieren sie in sozialen Medien und Leserbriefen: Das haushohe Frauenantlitz an der Fassade der Offenen Kirche ­dürfe keinem radikalen Face-­Lifting zum Opfer fallen. Seit 2016 starrt die ausdruckslose Miene einer Exotin aus Gründen der Weltoffenheit vom neoklassizistischen Kirchenbau des St.Galler Baumeisters Ernst Kuhn in den Unteren Graben.

Zum Unmut der Graffitifreunde gedenkt die denkmalpflegerische Gesichtsreinigungseinheit, den kolossalen Farbtupfer zu übertünchen. ­ Die Architektur zeigte wieder ungeschminkt ihr wahres Gesicht. Der kulturamtliche Gesichtspunkt ist begreiflich.

Was wäre, man käme auf die weltoffene Idee, den Vadian auf dem Marktplatz in ein niedliches Schlumpfkostüm zu stecken? Gallus an der Barockfassade der Kathedrale als Bärendompteur herauszuputzen? St.Gallen ist nicht Disneyland. Und das ist auch gut so.

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