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Glosse

Salzkorn

Eine Niederlage akzeptieren ist nicht jedermanns Sache.
Odilia Hiller
(Illustration: Corinne Bromundt)

(Illustration: Corinne Bromundt)

Verlieren ist eine grosse Aufgabe. Für Kinder. Früher oder später lernen sie es. Sie hören auf zu schreien, stampfen und sich auf den Boden zu werfen, wenn sie nicht gewinnen oder nicht Königin werden. Manchmal schleudern sie auch in späteren Jahren noch frustriert einen Würfel an die Wand. Aber die Phasenlänge des Tiefbeleidigtseins verringert sich stetig.

Bei manchen Exemplaren allerdings – auch solchen, die schon volljährig oder pensioniert sind –, bleibt die Uhr irgendwann im Alter zwischen drei und zehn Jahren stehen. Sportsgeist, Würde und Grösse in der Niederlage sind Fremdworte für sie. Dem siegreichen Gegner gratulieren? I wo.

Lieber legt man nach der demokratischen Niederlage haarklein dar, warum dieses Resultat völlig unverschuldet und eigentlich auch hochgradig unfair ist. Und das Wichtigste: Hätte man ein höheres Wahlkampfbudget zur Verfügung gehabt, wäre man jetzt selber der Beste. Diese Exemplare müssten dringend in die Nacherziehung – in Stil, Fairplay und Demokratie.

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