Glosse

Salzkorn

Welcome to Zwischerland!

Bettina Kugler
Drucken
Teilen

Schlaflose und Frühaufsteher haben es gut, zumindest in der gerade beginnenden Jahreszeit. Kaum dämmert es (und das ist jetzt noch nicht in aller Herrgottsfrühe), schon hebt das Gratiskonzert vor der Haustür an. Erst Drossel, Rotkehlchen und Amsel, dann Blaumeise und Buchfink: Jeder Singvogel kennt seinen Einsatz in der morgendlichen Sinfonie. Schön, wenn die ersten Gedanken des Tages dem Frühling gelten. Welcome to Zwischerland!

Der gleichnamige Film von Marc Tschudin sieht es nüchterner, bei aller Liebe zu unseren gefiederten Nachbarn in Gärten und auf noch nicht gründlich isolierten Dächern. Nicht Kunst um der Kunst willen sei das Gezwitscher, sondern vor allem Selbstbehauptung, Verteidigung des Reviers. Hinter diesem Zaun, trällert die Amsel, bin ich König. Das vielstimmige Vogelkonzert ist freilich nur das Präludium. Bald schon stimmen die Hausbesitzer ein mit ihren Rasenmähern. Ebenfalls schön nacheinander; je lauter, desto besser. Wer erfindet einen, der so gut singt wie die Lerche? bk.