Glosse

Salzkorn

Im Kanton Genf dürfen Staatsangestellte während der Arbeit keine religiösen Symbole mehr tragen.

Silvan Lüchinger
Drucken
Teilen

Wir sind einen entscheidenden Schritt weiter. Im Kanton Genf dürfen Staatsangestellte während der Arbeit keine religiösen Symbole mehr tragen. Also kein moslemisches Kopftuch, keine jüdische Kippa, kein Christliches Kreuz. Damit ist der Forderung nach Trennung von Kirche und Staat Genüge getan.

Wer so denkt, lebt womöglich gefährlich. Religiöse Bekenntnisse lassen sich auch unter den Kleidern ablegen. Ein Halskreuz ist leicht versteckt; ein Kopftuch kann auch um den Bauch getragen werden. Noch viel heikler ist es mit den Tattoos. Wer weiss denn schon, was all die fremdländischen Schriftzeichen bedeuten, die sich Menschen aller Gattung irgendwohin stechen lassen?

Der richtungweisende Entscheid der Genfer kann daher nur ein Zwischenziel sein. Als nächstes muss der Einstellungsstopp für Tätowierte kommen. Und dann, als letzte Konsequenz, ein radikales Umdenken: Wir brauchen keine gläserne Verwaltung. Wir wollen nackte Beamte. S.L.